• Dylematy polskiego nacjonalizmu ·  Powrót do tradycji czy przebudowa narodowego ducha

Książka jest gruntownym przeglądem formacji nacjonalistycznych w Polsce przedwojennej, w czasie wojny i tuż po wojnie na szerokim tle porównawczym. Omawia poglądy polskich nacjonalistów na podstawowe zagadnienia polityczno-ustrojowe, geopolityczne, narodowościowe, cywilizacyjne, gospodarcze, społeczne, a nawet historiozoficzne. Główne pytanie zawarte w książce, tzn. czy i w jakim stopniu polski nacjonalizm był adekwatny do ogromu wyzwań wynikających z geopolitycznego położenia naszego kraju między imperializmem sowieckim a niemieckim. Bez względu na realność rozwiązań proponowanych przez rodzime formacje nacjonalistyczne, uderza w nich jedno - brak zakusów totalitarnych, jakiejkolwiek nienawiści czy nawet niechęci do innych nacji.


Zapraszamy do przeczytanie recenzji, która ukazała się w niemieckim czasopiśmie Historische Zeitschrift. Autorem recenzji jest Maciej Strutynski z Krakowa:

BogumiłGrott, Dylematy polskiego nacjonalizmu. Powrót do tradycji czyprzebudowa narodowego ducha[Dilemmata des polnischen Nationalismus. Eine Rückkehr zur Tradition oder der Umbau des nationalenGeistes]. Warschau, von Borowiecky 2014.420 S., 49,00 zł.

 

Maciej Strutyński , Krakau

Das rezensierte Buch ist eine Rekonstruktion derDoktrinen des polnischen Nationalismus, die sich in den Jahren 1926 bis 1945 entwickelten.Ihre Träger waren die Nationale Partei (seit 1928) und das NationalradikaleLager (seit 1934). In diesen Jahren kristallisierte sich ihre Ideologie unter dem starkenEinfluss der katholischen Kirche heraus. Den Anfang dieses Trends markiert dieprogrammatische Broschüre des Anführers der polnischen Nationalisten, RomanDmowski, unter dem Titel „Kirche, Nation und Staat“, in der fast ein Gleichheitszeichenzwischen Polentum und Katholismus gesetzt wurde. Im weiteren Verlaufentwickelte sich die Idee der Bildung eines Katholischen Staates Polnischer Nation,der ein antiliberaler und antikapitalistischer

Glaubensstaat sein sollte (im Sinne des Weber’schen „Geistesdes Kapitalismus“), aber kein totalitärer Staat. Mit der Zeit gewann diePhilosophie Thomas von Aquins dort grundsätzliche Bedeutung. Der Autorder Dilemmata stellt alle wesentlichen Aspekte der Doktrin des mit dem Katholizismusverbundenen Nationalismus dar, ohne dabei andere nationalistische Nebengruppenin Polen zu vergessen, die entweder keine derart ausformulierte Ideologiehatten oder politisch bedeutungslos waren.

Im besprochenen Buch wird eine sehr interessanteVergleichsmethode verwendet. Der traditionalistische und katholische Nationalismuswird der „neuheidnischen“ Konzeption der Gruppe Zadruga gegenübergestellt,die eine Form des Widerstands gegen den Ersteren darstellte. Ihr Haupttheoretiker und Anführer Jan Stachniuk lehnte den katholischen Personalismus und den gesamtenpolnischen Nationalcharakter als passiv ab und machte ihnverantwortlich für die Unterentwicklung Polens. Er machte sich die Denkweise eines Forscherszu eigen, der die Beziehungen zwischen den Religionen und dem Wirtschaftslebenuntersucht, wobei die Arbeiten Max Webers besondere Berücksichtigungfanden. Der Vergleich der Konzeption der katholischen Nationalisten mit demDenken Stachniuks erweitert nicht nur den Blick auf den polnischen Nationalismus,sondern verleiht Grotts Buch auch eine universellere Dimension, weil sich in dendargestellten Doktrinen die Probleme spiegeln, die in vielen Ländern sichtbar waren undsind und großes Interesse wecken. Das rezensierte Buch weist somitinterdisziplinären Charakter auf, denn es untersucht nicht nur historische, sondern auchsoziologische, religionswissenschaftliche, philosophische und andere Aspekte. Der Autor hat sichder vergleichenden Methode bedient, um das Spezifische des polnischenNationalismus herauszuarbeiten.

Daraus ergibt sich ein Bild, das frei von den vielenideologischen Vereinfachungen ist, an denen es in der historischen Literatur nichtmangelt. Ferner ist

hervorzuheben, dass der Teil des Buches, der sich mitden nationalkatholischen Doktrinen befasst, durch das Datum des Kriegsausbruchsin zwei Kapitel unterteilt wird. Dies ist zweckmäßig, denn in jener Zeit tauchtenneue Probleme auf, wie der Kampf gegen die Besatzer sowie Visionen Polens undMitteleuropas nach dem Krieg, was die Palette der damals vorgeschlagenenKonzeptionen wesentlich erweiterte.

Grott beschließt sein Buch mit einem zusammenfassendenKapitel, in dem er den Utopismus der nationalkatholischen Doktrinen mitneumittelalterlichem Gepräge unterstreicht, die von einer Missachtung dergeopolitischen Realien zeugen. Ebenso hält er Stachniuks Modernisierungskonzeption für nichtrealisierbar, weil sie mit der Religiosität der Mehrheit der Polen zu heftigkollidierte und durch ihren extremen Kritizismus und Radikalismus abstieß. Auchzeitgenössische Versuche ihrer Wiederbelebung schlugen fehl.

Grott stützt seine Überlegungen auf das gesamtevorhandene Quellenmaterial (Archivalien, Zeitschriften, Presse, ideologischeBücher, Lebenserinnerungen von Funktionären) sowie auf eine breite Paletteverschiedenartiger Literatur, die zu einer klaren Bestimmung der axiologischen Grundlagen despolnischen Nationalismus vor dem Hintergrund anderer Nationalismen beiträgt.Der wissenschaftliche Wert des Buches ist umso größer, als es auf eine politischeStrömung Bezug nimmt, die in quantitativer Hinsicht einst die größte Formationdarstellte und heute Wiederbele-

bungsversuche unternimmt. Unter den Kandidaten für dasAmt des polnischen Staatspräsidenten bei der Wahl am 10.Mai 2015 befandsich auch ein Vertreter desheutigen NationalradikalenLagers.



ISBN 978-8-36-074866-4
Format B5
Ilość stron 415
Oprawa miękka
Rok wydania

Dylematy polskiego nacjonalizmu

Powrót do tradycji czy przebudowa narodowego ducha


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